Die Brückenteilzeit ist eine relativ neue und (Stand 10/2019) noch relativ unbekannte Möglichkeit völlig einfach und unkompliziert in Teilzeit zu arbeiten. Ich habe seit dem 01.04.2019 auf 40% Teilzeit reduziert. Ich arbeite nur noch Montags & Dienstags in meinem Angestellten-Job jeweils für 8 Stunden.

Meine Erfahrung noch einem halben Jahr Brückenteilzeit kannst Du hier nachlesen.

Brückenteilzeit – Komisches Wort!

Brückenteilzeit? Als ich den Begriff das erste Mal hörte, dachte ich an „Autobahnbrücken“ an „Brücken, die über Flüsse führen“, aber nicht an die Reduzierung meiner Arbeitszeit.

Das Ganze soll unter dem Begriff wohl als „Brücke in einen neuen Lebensbereich“ laufen. Also „Brücke in die Selbstständigkeit“ oder „Brücke für die Kinderbetreuung“ … ich bin vermutlich zu wenig Politiker, als dass ich zu Sinn und Unsinn des Begriffes wirklich was Geistreiches beitragen kann.

Brückenteilzeit – Was ist das?

Die Brückenteilzeit ist ein relaitv neues Gesetz, das Dir eine zeitlich befristete Teilzeit mit einem verpflichtenden Rückkehrrecht auf die vorherige Arbeitszeit zusagt.

D.h. keine Teilzeitfalle wie bei den ganzen Teilzeit-Muttis. Kein Arbeitgeber, der sagt: „Och nö, ich hab‘ jetzt keinen Bedarf mehr für Sie als Vollzeit-Mitarbeiter. Bleiben Sie mal schön in Teilzeit“

Das Ganze ist auch nicht so wirklich genehmigungspflichtig. Wenn der Arbeitgeber über 250 Mitarbeiter hat, ist das problemlos machbar. Man kann diese Brückenteilzeit nur wegen sog. „dringender betrieblicher Belange“ ablehnen. Aus Arbeitgebersicht eine völlige Katastrophe – so kann doch niemand Personalplanung machen. Ich bin in der Konstellation aber nicht der Arbeitgeber…das also nur als Randnotiz 😉. Mehr Infos dazu findest Du beim BMAS >hier<.

Warum habe Brückenteilzeit genommen?

Ich bin ganz ehrlich: Der Hauptgrund war, dass ich mich so auf meinem angestellten Job etwas zurücknehmen kann und mehr Zeit für meine eigenen Projekte und Investitionen habe, so wie z.B. dieser Blog.

Im Büro hat man überwiegend vermutet, dass ich das Ganze mache um mehr Zeit mit meinen Kindern und der Familie zu verbringen.

Hmm…. wenn ich das Ganze jetzt so schreibe klingt das so, als wäre ich ein ziemlicher Egoist.

Vielleicht stimmt das auch ein bisschen – vielleicht aber auch nicht.

Wie nimmt das Umfeld die Brückenteilzeit auf?

Manche sagen, ich bin ein fauler Hund, manche sagen ich hab’s gut.

Ich sage: Vielleicht stimmt beides 😜

Nein, jetzt mal im ernst:

Wenn man die Hintergründe nicht kennt, warum ich es mache und nur hört: Der Typ arbeitet nur noch zwei Tage die Woche…

Dann klingt das für die meisten doch relativ unglaublich und ich werde eher belächelt.

Da kommen auch schlicht und ergreifend keine Rückfragen, wie ich das mache und wie ich das finanziell hinbekomme (mit Frau und zwei Kindern). Vermutlich fragt sich das jeder, aber wir leben in Deutschland und da spricht man nicht über Geld … leider …

Die Brückenteilzeit ist „die eine Sache“, die mein direktes Umfeld optisch wahrnimmt. Ich habe mittlerweile kein eigenes Auto mehr, der Kleinwagen meiner Frau reicht für uns vier. Wenn ich arbeite, teilen wir uns das Auto oder ich fahre mit der Bahn.

Die andere Sache sind meine „Mehr Geld“-Projekte, die optisch nicht ganz so wahrnehmbar sind, da ich das „mehr“ an verfügbaren Mitteln schlichtweg reinvestiere.

Mein Fazit nach 6 Monaten Brückenteilzeit 2019

Angefangen habe ich mit dem Motiv: Mehr Zeit für mich und meine Projekte.

Die Zeit habe ich aktuell auch, ich genieße das sehr und es macht mir sehr viel Spaß. Zu Beginn der Brückenteilzeit habe ich das „Arbeit um der Arbeit Willen“-Phänomen sehr stark an mir bemerkt, d.h. ich habe an meinen freien Vormittagen doch relativ viel versucht zustande zu bringen. Gott sei dank habe ich die 4-Stunden-Woche von Tim Ferris (*) gelesen. Da beschreibt er u.a. dieses Phänomen.

Produktiv war ich dabei nicht unbedingt. Es war eher eine „Beschäftigung“ – klar, ich kannte es auch nach fast 10 Jahre nicht anders: „Morgens wird was g’schafft!“

Mittlerweile hat sich das Ganze sehr gut eingependelt. Ich spaziere mit den Kindern in den Kindergarten, wenn es das Wetter zulässt, war dann fast 45 Minuten an der frische Luft und in Bewegung, kümmere mich dann um meine eigenen Projekte, lese Bücher und bereite das Mittagessen für die Kinder vor. Mittags unternehmen wir was zu viert, oder teilen uns mit den Kindern auf.

Vielleicht war es im Ansatz egoistisch, herausgekommen ist aber ein schöne Mischung zwischen Freiheit, eigenen Projekten und Familienleben.

Meine Frau liest diese Texte hier Korrektur, falls das also nicht stimmt, hat Sie den obigen Absatz durchgestrichen 😅 .

Das ist kein Fazit – das ist zu lang

Okay – Long Story Short … Ich würde es NACH der Schaffung zusätzlicher Geldquellen (dazu kannst du hier >>hier<< meine „Mehr Geld“-Serie ansehen) immer wieder genau so machen! Brückenteilzeit ist für mich selbst ein phantastisches Mittel, mal in die Selbstständigkeit reinzuschnuppern.

Ich kann da guten Gewissens sagen: Danke, liebes Bundesministerium für Arbeit für dieses Gesetz zur genau richtigen Zeit 🤗.

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